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Steuerfreie Zuwendungen

Qualifiziertes Personal wird hierzulande immer knapper. Wer als Arbeitgeber seine Mitarbeiter motivieren und ans Unternehmen binden möchte, muss ihnen immer öfter einiges bieten um die eigene Attraktivität zu steigern. Ein hohes Gehalt oder Gehaltserhöhungen sind hierbei ein Klassiker. Sie haben aber einen entscheidenden Nachteil: Für den Arbeitgeber stellen sie eine hohe finanzielle Belastung dar, von der beim Arbeitnehmer nach Abzug von Sozialabgaben und Lohnsteuer oft nur ein Bruchteil ankommt. Mit steigendem Einkommen und damit steigendem Steuersatz verschärft sich dieses Problem.

Eine äußerst attraktive Alternative zur herkömmlichen Lohnerhöhung stellen daher steuerfreie Zuwendungen dar. Anders als beim Bruttolohn fallen hierauf keine Sozialabgaben an. Außerdem sind sie innerhalb bestimmter Grenzen nicht lohnsteuerpflichtig oder müssen nur pauschal versteuert werden. Sie kommen also in voller Höhe beim Arbeitnehmer an. Es entsteht eine klare Win-win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber muss weniger zahlen und dem Arbeitnehmer steht am Ende des Monats mehr Geld zur Verfügung.

Was kann als steuerfreie Zuwendungen gezahlt werden?

Steuerfreie Zuwendungen können auf sehr vielfältige Weise gezahlt werden. Der Gesetzgeber hat hier eine Reihe von Gestaltungsspielräumen aber auch von Grenzen geschaffen, die es zu beachten gilt. Grundsätzlich handelt es sich bei steuerfreien Zuwendungen immer um Leistungen, die der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer zusätzlich zum vertraglich vereinbarten Gehalt zahlt. Es handelt sich dabei um eine Zusage, für bestimmte Dienstleistungen, Waren oder Gegenstände die Kosten zu tragen. Besonders verbreitet und vom Gesetzgeber als steuerfreie Zuwendungen anerkannt sind zum Beispiel:

  • Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge
  • Warengutscheine und Sachbezüge
  • Firmenwagen
  • Fahrkarten für ÖPNV
  • Zuschüsse zu Kinderbetreuungskosten
  • Betriebsveranstaltungen
  • Aufmerksamkeiten
  • Berufskleidung
  • Fort- und Weiterbildung
  • Umzugskosten
  • Betriebliche Gesundheitsförderung
  • etc.

Jede dieser Zuwendung unterliegt bestimmten Regelungen und Vorgaben.

Warengutscheine und Sachbezüge

Steuerfreie Zuwendungen in Form von Warengutscheinen und Sachbezügen sind bei Arbeitnehmern speziell in der Form von Tankgutscheinen sehr beliebt. Damit die Zuwendung aber auch tatsächlich steuerfrei bleibt, darf Sie eine Freigrenze von 44 Euro im Monat nicht übersteigen. Beim Einlösen des Gutscheins sind daher Vorsicht und Fingerspitzengefühl an der Zapfpistole gefragt. Wird für mehr als diese 44 Euro getankt, und sei es nur ein Cent, wird der vollständige Betrag steuerpflichtig.

Zuschüsse zu Kinderbetreuungskosten

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt für Eltern eine immer größere Rolle. Ein zentraler Punkt dabei ist die Betreuung der Kinder. Betreuungsplätze sind jedoch vielerorts knapp und viele gerade größere Arbeitgeber lösen das Problem mit eigenen Betriebskindergärten. Gerade für kleinere Unternehmen, die sich so viel Aufwand nicht leisten können oder wollen oder schlicht zu wenig Angestellte mit Kindern beschäftigen, stellen Zuschüsse zu Kinderbetreuungskosten eine sehr reizvolle Alternative dar.

Entscheidet sich ein Arbeitgeber für diese Form der steuerfreien Zuwendungen für einen Arbeitnehmer, übernimmt er einen Teil oder sogar die vollständigen Kosten, die dem Arbeitnehmer für die Betreuung seiner Kinder entstehen. Voraussetzung ist, dass die Kinder noch nicht schulpflichtig sind und tatsächlich in einem Kindergarten oder einer vergleichbaren Einrichtung betreut werden. Zu beachten ist, dass die Zuwendungen nur dann steuerfrei sind, wenn sie tatsächlich zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt werden. Wird ein Teil des Lohns umgewandelt (Barlohnumwandlulng) entfällt die Steuerfreiheit.

Gesundheitsförderung

Ähnlich wie durch eine Unterstützung von Eltern und Familien können Arbeitgeber ihre Attraktivität auch durch die Förderung der Gesundheit ihrer Mitarbeiter deutlich steigern. Bis zu einem Gesamtbetrag von 500,00 Euro pro Jahr und Mitarbeiter kann dies sogar als steuerfreie Zuwendungen geschehen. Voraussetzung ist in diesem Fall, dass die Maßnahmen von Krankenkassen als Präventionsmaßnahmen anerkannt werden. Dazu zählen insbesondere Kurse zur:

  • Rauchentwöhnung und Suchtprävention
  • Entspannung und Stressabbau
  • Rückengymnastik oder sogar Massagen (nur in den eigenen Betriebsräumen)

Steuerfreie Zuwendungen effektiv einsetzen

Arbeitnehmern bieten steuerfreie Zuwendungen häufig vor allem ein höheres Nettoeinkommen. Arbeitgeber können steuerfreie Zuwendungen auf unterschiedliche Weisen effektiv einsetzen. Die beiden häufigsten sind:

  • Lohnkostenoptimierung
  • Steigerung der eigenen Attraktivität als Arbeitgeber

Die Steigerung der eigenen Attraktivität lässt sich mit steuerfreien Zuwendungen insbesondere immer dann erreichen, wenn sie als:

  • regelmäßiger Zusatz zum eigentlichen Gehalt vertraglich vereinbart werden
  • Extra einmalig gewährt werden, um besondere Leistungen oder Einsatz in angemessener Weise anzuerkennen und Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen.

Arbeitnehmer, insbesondere hochqualifizierte Fachkräfte, wissen dies zu schätzen und honorieren es ihrerseits durch besonderen Einsatz und Verbundenheit zum Unternehmen. Sie lassen sich also mithilfe von steuerfreien Zuwendungen für das Unternehmen gewinnen und auch dauerhaft binden. Immer häufiger bedeutet dies einen klaren Wettbewerbsvorsprung für Arbeitgeber.

Lohnkostenoptimierung mithilfe von steuerfreien Zuwendungen

Ein Aspekt, den viele Arbeitgeber noch nicht verinnerlicht haben, ist die Möglichkeit, mithilfe von steuerfreien Zuwendungen die Lohnkosten zu optimieren. Dieser Aspekt kann gezielt genutzt werden, wenn es um eine Lohnerhöhung für Mitarbeiter geht. In diesem Fall können steuerfreie Zuwendungen dazu beitragen, dass die Lohnkosten nur moderat ansteigen, da keine Lohnnebenkosten entstehen.

Auf die gleiche Weise lassen sich auch bestehende Gehaltsvereinbarungen optimieren. Zum Beispiel können sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer darauf einigen, dass ein vereinbarter Bruttolohn etwas reduziert wird und der Arbeitgeber stattdessen steuerfreie Zuwendungen in einem bestimmten Umfang gewährt. Anders als bei einer echten Lohnkürzung bringt dieses Vorgehen beiden Beteiligten Vorteile:

  • Der Arbeitnehmer hat am Monatsende trotz einer Kürzung des Bruttolohns ein höheres Nettoeinkommen zur Verfügung, weil ihm die Zuwendungen des Arbeitgebers in voller Höhe zugute kommen
  • Der Arbeitgeber kann in hohem Umfang Lohnkosten sparen

Individuelle Lösungen dank kompetenter Beratung

Damit alle Beteiligten auch wirklich im gewünschten Umfang profitieren, ist es notwendig, geeignete Zuwendungen zu finden, die steuerfrei oder nur pauschal besteuert werden. Wichtig ist auf jeden Fall, dass eine individuelle Abstimmung stattfindet. Pauschale Lösungen gibt es nicht. Ein Arbeitnehmer ohne Kinder profitiert von Zuschüssen zur Kinderbetreuung genauso wenig wie ein Arbeitnehmer ohne Auto von einem Tankgutschein. Ebenso müssen steuer- und sozialversicherungsrechtliche Aspekte individuell berücksichtigt werden.

Um steuerfreie Zuwendungen insbesondere zur Senkung von Lohnnebenkosten effektiv einzusetzen, empfiehlt es sich daher, in jedem Fall eine kompetente Beratung in Anspruch zu nehmen. Nur so lassen sich alle sozialversicherungs- und steuerrechtlichen Aspekte korrekt und gleichzeitig mit der größtmöglichen Wirkung ausschöpfen.

Unsere Experten helfen Ihnen gerne bei er Auswahl und Zusammenstellung geeigneter steuerfreier Zuwendungen für Ihre Mitarbeiter weiter. Darüber hinaus begleiten wir Sie auch bei der Einführung und Umsetzung der notwendigen Vertragsänderungen und Anpassungen der betrieblichen Abläufe.