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25. Oktober, 2016

Urteil: Fortbildungskosten sind kein steuerpflichtiger Lohn

Nimmt ein Arbeitnehmer an einer Weiterbildung teil, kann der Arbeitgeber die Kosten dafür übernehmen. In vielen Fällen zählen die übernommenen Kosten nicht als Arbeitslohn des Arbeitnehmers. So entschied auch in einem aktuellen Fall das Finanzgericht Münster. Geklagt hatte ein Unternehmer gegen das Finanzamt Münster. Das war der Auffassung gewesen, die Fortbildungskosten müssten als Arbeitslohn angerechnet und somit versteuert werden. Das sah das Gericht anders und gab dem Unternehmer Recht.


Ausschlaggebend ist eigenbetriebliches Interesse

In dem vorliegenden Fall ging es um einen Unternehmer für Spezial- und Schwertransporte. In dieser Branche müssen sich die Mitarbeiter regelmäßig weiterbilden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Kosten für Weiterbildungen seiner Mitarbeiter hatte der Arbeitgeber übernommen. Dazu war er sogar tarifvertraglich verpflichtet.

Das Finanzamt war der Auffassung, dass die Fortbildungskosten als Arbeitslohn für die jeweiligen Mitarbeiter anzurechnen seien. In diesem Fall müsste der Arbeitgeber zusätzlich Lohnsteuern abführen. Das hatte er jedoch nicht getan. Der Unternehmer war der Auffassung gewesen, dass die Fortbildungskosten nicht als Arbeitslohn zu bewerten seien.

Der Unternehmer argumentierte, dass die Fortbildungen seiner Mitarbeiter im Interesse seines eigenen Unternehmens gewesen seien. In diesem Falle sind laut Gesetz Fortbildungskosten nicht als Arbeitslohn anzurechnen. Dieser Auffassung folgte auch das Finanzgericht Münster und gab dem Unternehmer damit Recht.

Das Gericht begründete sein Urteil damit, dass die Weiterbildungen einerseits für höhere Sicherheit im Straßenverkehr dienten. Gleichzeitig seien die Fortbildungen aber auch notwendig, um einen reibungslosen Betrieb des Unternehmens sicherzustellen. Ein weiteres Argument für eigenbetriebliches Interesse sah das Gericht darin, dass der Unternehmer tarifvertraglich zu der Kostenübernahme verpflichtet war.


Fortbildungen als steuerfreie Lohnbausteine nutzen

Für viele Arbeitnehmer sind Fortbildungen eine interessante Möglichkeit, um sich beruflich weiter zu qualifizieren. Nicht immer sind sie wie im vorliegenden Fall gesetzlich vorgeschrieben. Arbeitgeber können die Übernahme der Fortbildungskosten gezielt als Lohnbaustein anbieten. Etwa, um die Bezahlung attraktiver zu gestalten. Auch als Anerkennung besonderer Leistungen eines Mitarbeiters lassen sich Fortbildungen einsetzen. Im Zuge einer Lohnkostenoptimierung lassen sich Fortbildungen als steuerfreie Lohnbausteine nutzen, um die Lohnkosten zu senken. Wichtig ist dabei immer, darauf zu achten, dass die Fort- und Weiterbildungen im eigenbetrieblichen Interesse stattfinden.